Bobtails von den Strawberry Fields forever

Fell

Hundepflege

Mit der Pflege eines Bobtails ist man schnell überfordert wenn man nicht von Beginn an systematisch und regelmäßig kämmt.

Grundvoraussetzung für eine entspannte Pflege sollte das Liegen des Hundes auf einem Tisch sein. Hierfür eignen sich sowohl ein spezieller Trimmtisch (im Fachhandel erhältlich), als auch ein ganz normaler Küchen- oder stabiler Campingtisch. Es erspart das lange Sitzen oder Knien auf dem Boden (und damit viele Rückenschmerzen) und wir kommen gut an alle Stellen des Hundes heran.

Dafür müssen wir den Hund frühzeitig an den Pflegetisch gewöhnen.

Wir beginnen schon als Züchter den Welpen für ein paar Minuten auf dem Tisch auf die Seite zu legen und „streicheln“ ihn mit einer weichen Bürste. Wir untersuchen dabei auch die Ohren, Zähne und Genitalien. Anschließend wird der Kleine natürlich auf dem Kämmtisch noch ausgiebig gelobt und mit ein paar Leckerchen belohnt.

Wir empfehlen allen Welpenkäufern dieses Kämmtraining vom ersten Tag an fortzusetzen.

Ganz ganz wichtig: Bitte niemals den Hund – auch nicht als erwachsenen Hund – vom Tisch springen lassen. Bobtails haben oft Probleme mit ihren Hüft- und Ellbogengelenken und sollten daher nicht von dieser Höhe springen.

 

Die tägliche Pflege

Es ist wichtig, jeden Tag die Augen, Ohren, Pfoten, Genitalien und den Afterbereich des Hundes zu kontrollieren und bei Bedarf reinigen.

Es hat sich bewährt, morgens die Tränenflüssigkeit des Hundes mit einem trockenen Tuch zu entfernen, wir haben zum einen keinen „Knies“ im Auge, zum zweiten verhindern wir damit, dass sich das Fell im Laufe der Zeit um das Auge herum rot einfärbt.

Unsere Hunde haben Probleme mit dem Sehen, wenn ihnen die Haare über die Augen fallen. Früher wurde oft befürchtet, dass sich die Hunde eher eine Bindehautentzündung holen wenn die Augen frei sind – aber das ist ein medizinisches Ammenmärchen.

Wir haben verschiedene Möglichkeiten, unseren Hunden den „Durchblick“ zu verschaffen: entweder wir schneiden den Bereich um die Augen frei oder wir binden dem Hund einen Zopf. Wir kämmen dafür die Haare auf dem Kopf zu einem Pinsel zusammen und fixieren sie mit einem Haargummi. Wichtig ist, dass die Gummis keinen Metallverbinder haben, denn das reißt Haare raus. Ich persönlich mag die Spiralhaarbänder. Sie halten die Frisur zwar nicht so lange wie Stoffgummis, ziehen aber wirklich keine Haar raus.

Wer mit seinem Hund vielleicht doch auf eine Ausstellung will, sollte die Augen nicht freischneiden.

Nach dem Spaziergang ist es wichtig, die mitgebrachten Blätter, Stöckchen, Kletten,..zu entfernen. Sie können sich dann nicht bis zur Haut durcharbeiten und man kann Verletzungen und Hautreizungen vorbeugen. Außerdem werden die Mitbringsel aus Feld, Wiesen und Wald nicht im ganzen Haus verteilt.

Gleichzeitig können wir das Fell auch nach Zecken absuchen – nicht ganz einfach bei den vielen Haaren. Wenn wir eine entdecken – sofort entfernen. Ich persönlich bevorzuge die Zeckenkarte, passt auch praktisch in die Geldbörse und man bekommt auch gut ganz kleine Zecken entfernt.

Ganz wichtig in den Sommermonaten ist es auch, das Fell nach Grannen zu untersuchen. Eine Granne ist ein Teil einer Getreideähre oder eines getreideähnlichen Unkrauts. Sie sind sehr spitz und mit kleinen Widerhaken besetzt. Wenn sie sich unter die Haut gebohrt haben, können sie dort beachtliche Strecken zurücklegen. Sie können sich in die Pfoten, in die Augen, die Ohren oder sonst wo ins Fell einbohren. Oft kann dann nur noch der Tierarzt helfen.

 

 

Die wöchentliche Pflege

Der Hund soll mit einem – immer wiederkehrenden – Kommando, mit den Vorderpfoten auf den Tisch steigen, der Rest wird dann auf den Tisch gehoben. Ist der Hund noch jünger, nehmen wir ihn vor die Brust und legen ihn hin. Später kann er, – entsprechenden Anweisungen folgend -, sich allein auf die Seite legen. Ein Pflegespray erleichtert das Bürsten und schont das Haar , die gesamte Seite bzw. der Teil, der gepflegt werden soll, wird eingesprüht. Wo angefangen wird, ist egal.

Grundsätzlich gibt es Zeiten, in denen sehr oft gebürstet werden muss (z.B., wenn sich der Hund im Fellwechsel befindet). Später reicht es dann vielleicht 1-2-mal wöchentlich, und bei einem erwachsenen Hund reduziert es sich dann auf circa jede Woche. Es richtet sich dann nach dem eigenen Pflegeanspruch, dem Fellzustand des Hundes und auch ein wenig nach dem Wetter ).

Zwischen dem 6.und 8. Monat wechselt der Bobtail von seinem schwarzen, flauschigem Babyfell in ein ziemlich hellgraues Jugendfell. So circa ab dem 18. Lebensmonat beginnt er dann, sein harsches Erwachsenenfell zu entwickeln. Es dauert ungefähr bis zum 3.Lebensjahr, bis er komplett durchgefärbt ist und sein endgültiges Aussehen erreicht hat.Diese Zeit des Fellwechsels ist besonders pflegeintensiv.

Vor der Fellpflege ist es zunächst wichtig, alle Utensilien zusammenzusuchen. Bürste, Kämme, Ohrpuder, einen Abfallbehälter, feuchte Pflegetücher, einfach alles, was man zum Pflegen benötigt. Auch ist es wichtig, sich Zeit und Ruhe zu nehmen. Der Hund sollte sich vorher ausgiebig gelöst haben, sodass er die Ruhe hat,sich auf das Liegen einzulassen. Die Zeit der Pflege dient auch der Bindung zwischen Mensch und Hund. Er wird es schnell lieben und es genießen, dass Herrchen oder Frauchen so viel Zeit für ihn hat.

Eine perfekte Anleitung für die Pflege gibt es nicht. Jeder muss auch für sich selbst entdecken, mit welchen Bürsten und Kämmen er am besten zurecht kommt.

Des Weiteren sollte ab und zu der Bart des Hundes gewaschen werden.
Am besten stellt man dazu den Hund vor die Dusche oder auch vor die Wanne, bindet ihm ein großes Badetuch oder auch einen aufgeschnittenen blauen Müllsack um seine Brust, und schäumt ihn ordentlich in zwei Gängen mit einem Hundeshampoo ein, danach kräftig mit klarem Wasser ausspülen. Eine anschließende Behandlung mit einem Conditioner macht das Haar mit einem großzinkigen Kamm leicht kämmbar. Darauf achten: es gibt Conditioner die ausgespült werden müssen und welche, die im Fell verbleiben können.

Die schnelle Variante: Eine gute Portion Kartoffelstärkemehl, in den Bart kneten, kurz einwirken lassen und anschließend gründlich auskämmen.

 

Kopf, Ohren, Körper, Pfoten

Beim Kopf beginne ich beim oberen Teil des Kopfes ,danach den Ohrbehang (verfilzt sehr schnell). Zunächst bürsten mit einer Drahtbürste, dann von beiden Seiten mit einem grobzinkigen Kamm. Aber bitte vorsichtig und mit viel Gefühl, denn die dünnen Behänge neigen dazu, schnell einzureißen. Dabei ist es auch wichtig, einen Blick in das Ohreninnere zu werfen. Die vorhandenen Haare auf der inneren Ohrmuschel kann man mit den Fingern und im Gehörgang mit einer speziellen Pean-Klemm entfernen.. Dabei auch die braunen Haare aus der Tiefe ziehen. Es gibt kontroverse Diskussionen von Fachleuten darüber, ob man die Ohrhaare entfernen soll oder nicht. Diese Entscheidung muss jeder selbst treffen– nur, wenn man einmal damit angefangen hat die Haare zu entfernen, muss man es auch so fortsetzen.

Ich hab mich bei Beau Abelina fürs Zupfen entschieden. Um dieses Zupfen zu erleichtern, kann man ein Ohrpuder ins Ohr geben, dass das Fett aus den Haaren nimmt und dadurch das Ziehen erleichtert.

Zwischendurch sollte man auch eine flüssige Ohrreinigung ins Ohr tropfen um die Reinigung zu erleichtern.

Danach wird der Rest des Kopfes gründlich durch gebürstet. Die Haare über den Augen neigen schnell zum Verkleben , auch die Haare unter den Ohren sowie der Bart seitlich und unterhalb des Fangs. Hier gut und vorsichtig ausbürsten

Anschließend wird noch kurz das Maul kontrolliert, ob sich Zahnstein gebildet hat.

Danach bürste ich nun Strähne für Strähne des Brustbehangs. Wenn hier von Strähnen oder strähnchenweise die Rede ist, ist immer die Menge Haare gemeint, die ungefähr auf einen Lockenwickler passen. So ist sicher, dass das Fell wirklich gut gebürstet ist.
Wenn wir immer an den Haarspitzen anfangen und uns dann nach und nach bis auf die Haut vorarbeiten, arbeiten wir fellschonend.

Wenn sich Filz gebildet hat, zubbel ich den mit den Fingern auseinander und bürste danach nach. Ein Kämm- oder Entfilzungssspray oder Öl hilft uns beim Entfilzen.

Nun beschäftigen wir uns mit dem grauen Fellanteil des Hundes. Wir beginnen oben auf dem Rücken des Hundes, strähnchenweise das Fell in Richtung Wirbelsäule. Dabei solle immer so gekämmt werden, dass man die Haut des Hundes sehen kann. So arbeiten wir uns bis zum Bauch vor.

Ich kontrolliere meine Bürsterei mit einem grobzinkigen Kamm, damit wirklich alle Verfilzungen und Hautverklebungen beseitigt sind.

Am After ist es sinnvoll, dass Fell in Richtung Hüfte zu kämmen. Durch die Aussonderungen ist das Fell hier gerne verpappt – also vorsichtig aber gründlich kämmen.

Ich habe mir angewöhnt, 1 mal am Tag – meistens morgens nach dem ausführlichen Spaziergang – den Genitalbereich mit einem feuchten Waschlappen zu reinigen. Damit entferne ich nicht nur Kotreste sondern auch eventuelle ausgeschiedene Wurmeier.

Jetzt widmen wir uns den Haaren vom Oberschenkel bis in die Leiste – wieder strähnchenweise kämmen in Richtung Hinterlauf. Nun kommt nochmal das „Leistenhaar“. Hier kommt es auch gern zu Verfilzungen, das Fell des Innenschenkels und weiter geht’s dann am und unter dem Bauch entlang bis zu den Vorderläufen.
Nun kommen wir zu den Vorderpfoten. Ich beginne zuerst mit der unten liegenden Pfote.

Hierzu legen ich die oben liegende Pfote in Richtung Nase des Hundes, um einen freien Blick zu haben. Auch hier gibt es wieder eine Vielzahl verschiedener Varianten, mit denen man die Pfoten pflegen kann.

Hierzu benutze ich eine kleinere Drahtbürste. Ich fange unten an den Krallen an, streiche das Fell nach oben und bürsten Lage für Lage nach unten. Auch hier empfiehlt es sich, immer mal wieder einen grobzinkigen Kamm einzusetzen, um bis auf die Haut zu kommen.

Gerade die Vorderpfoten sind bei unseren Hunden oft ein kritischer Bereich. Hier ganz vorsichtig sein, sonst gibt es Kämmstress.

Wichtig ist es, auf die Achseln und den Bereich zwischen den Pfoten zu achten.
Jetzt kommen wir zu den Hinterläufen – genau wie bei den Vorderpfoten.

 

Genitalbereich, Rute

Um den Genitalbereich unseres Hundes zu reinigen, brauchen wir oft die Hilfe einer anderen Person . Der Helfer soll das obere Bein nach oben halten. So komme ich sehr gut an den Genitalbereich heran, den ich mit Wasser, Babypuder oder Trockenshampoo reinige. Anschließend ganz vorsichtig mit einer weichen Bürste auskämmen.

Wir können aber auch versuchen, unserem Hund das „Auf dem Rücken liegen“ beizubringen. Jetzt besonders wichtig: bitte nicht direkt nach dem Futter kämmen.

Nun fehlt eigentlich nur noch die Rute.
Sie wird mit einer gröberen Bürste vom After an abwärts gekämmt. Hier bitte auf die Unterseite achten und mit einem grobzinkigen Kamm nachkämmen.

Oft entscheide ich mich, nach der „1.Hälfte“ eine Pause zu machen, oder erst am nächsten Tag weiterzukämmen. Ich kann mich aber auch entscheiden, an dem einen Tag den Kopf-/Brustbereich und am nächsten Tag den Rest zu machen.

Am Schluss besprühe ich den Hund noch mit einem Pflegespray.

Am Ende der Kämmsession belohne ich meinen Hund mit ein paar Leckerli . Den Tisch verlassen darf der Hund nur mit meiner Erlaubnis bzw. meiner Hilfe, weil ich ihn ja nicht vom Tisch springen lasse.

 

Noch ein paar Tipps:

  • wenn möglich trockne ich meinem Hund nach dem Saufen das Maul
  • nicht ständig des Fell mit Shampoo waschen, oft reicht nur Ausspüle mit klarem Wasser
  • das Fell darf nicht gerubbelt werden zum trocknen, sonst verfilzt es
  • wenn der Hund durch Regen oder Schwimmen sehr durchnässt ist, bitte das Fell mit Handtüchern ausdrücken und ggfls. föhnen, nasses Fell tut den Gelenken, den Knochen und dem Fell nicht gut
  • möglichst rund genähte Halsbänder aus Leder benutzen und nach dem Spaziergang entfernen, das beugt dem Verfilzen am Hals vor
  • die Haare zwischen den Ballen schneiden/rasieren, das erleichtert dem Hund das Laufen, beugt Verletzungen vor und bringt Schmutzerleichterung
  • im Winter die Ballen eincremen

 

Ich bedanke mich bei Familie Silberhorn für die Zustimmung, einen Großteil ihrer ausführlichen Pflegeanleitung zu übernehmen!